stiftung menschenwürdiges sterben  
   
       
   
 

Die letzte von der Stiftung menschenwürdiges Sterben geförderte Ausstellung fand vom 2. bis zum 23. April 2016 im Kieler Kloster statt unter dem Titel "CONTINUO – Leben und Sterben" mit Skulpturen von Ursula Dietze und Holzschnitten von Ehrhart Mitzlaff.


In den Kieler Nachrichten vom 2.4.2016 heißt es:

„Von Zwischenwelten und der Liebe zum Leben
Skulpturen von Ursula Dietze im Kieler Kloster

‚Und lass dir jeden Tag geschehen … Wo wird es bleiben, was mit dem letzten Hauch entweicht? ...‘ Texte, wie diese von Rilke und Ringelnatz sind Inspirationen für die Keramikerin und Objektmacherin Ursula Dietze. (...)
Flyer Dietze Mitzlaff ‚Ich beschäftige mich mit dem Tod, weil ich so gerne lebe‘, sagt Dietze und drückt das schon in der Wahl ihrer Werkstoffe aus: bizarrer Altmetallschrott und zerbrechliche Keramik, deren Behandlung sie zur Meisterschaft geführt hat. (…) etwa jene liegende Figur im rostigen Gehäus – ein Sterbender oder Toter, bedeckt mit einer aufgeschmolzenen Glasplatte (…) – eine Bodeninstallation zeigt Schmetterlingsformen mit hauchzarten Porzellanflügeln als Symbol der Wiederauferstehung.
Es ist naheliegend, dass die Stiftung menschenwürdiges Sterben diese Ausstellung unterstützt, für die Ursula Dietze noch die Holzschnittserie ‚Alte Menschen‘ des Kielers Erhart Mitzlaff (1916 – 1991) aus der Sammlung von Heike und Jörn Norden hinzugenommen hat. Expressive, flirrende Gestalten zu Bibelszenen, versehen mit Texten des Bremer Pastors Claus Heitmann. “
Text: jrk

Diese sehr erfolgreiche Ausstellung findet im kommenden Jahr im Dithmarscher Landesmuseum in Meldorf noch einmal statt, und zwar vom 18. März bis zum 16. April 2017.

N e u a n k ü n d i g u n g

Seit dem 3. April 2016 heißt die ehemalige
Stiftung menschwürdiges Sterben

stiftung-menschenwürdiges-leben

Anlässlich der Eröffnung der oben beschriebenen Ausstellung erläuterte die Stifterin ihre Motive für die Umwandlung der Stiftung vom Sterben zum Leben. Da das generell von Interesse sein wird, drucken wir hier einen Auszug aus ihrer Rede:

„Während der 10-jährigen Stiftungsarbeit ist die gesellschaftliche Tabuisierung des Sterbens vielerorts gelockert worden. Sterbebegleitung und selbst Sterbehilfe dürfen diskutiert werden und Hospize und Palliativmedizin sind keine Fremdwörter mehr. Nicht zuletzt dadurch richtete sich mein Blick zunehmend vom Sterben weg und dem Leben zu. Nicht nur die vielen Flüchtlinge wollen leben – und zwar menschenwürdig –, auch unser bisheriger Lebensstil steht auf dem Prüfstand. Keine Gefahr droht uns, im Mittelmeer zu ertrinken, aber vielleicht ertrinken wir im Wohlstand, im Konsum, die Kinder im Spielzeugüberangebot und wir alle gemeinsam im Abfall, in der Informationsflut und vielleicht auch, ohne es wirklich zu merken, in unserer Selbstgefälligkeit.
Das schleichende Zerbröseln von Europa in der Flüchtlingskrise fand auf dem Hintergrund eines schon lange erodierenden Gemeinwesens statt: Selbstoptimierung, Ich-AGs, Rücksichtslosigkeit, kapitalistische Gier und Eigennutz bedrohen den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Können Lebensfreude, Wohlbefinden und Zufriedenheit bestehen, wenn der Spalt zwischen arm und reich ringsum wächst und wächst und wächst? Die neue stiftung-menschenwürdiges-leben hat das Ziel, sich in diesen Problembereichen zu engagieren.
Und ich bedanke mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei meinem Kuratorium für die uneingeschränkte Unterstützung dieses neuen Vorhabens.“